Projekt BAIM - Barrierefreie ÖV-Information für mobilitätseingeschränkte Personen
Überblick über das abgeschlossene Forschungsprojekt BAIM
Ziel des Projektes
Ziel des Projektes BAIM (Barrierefreie ÖV-Information für mobilitätseingeschränkte Personen) war es, die aktive und selbstständige Teilnahme mobilitätseingeschränkter Personen am Öffentlichen Personenverkehr zu unterstützen. Dies wurde durch eine durchgängig barrierefreie Information über zugängliche Reiseketten ermöglicht. Dazu wurden den Anforderungen der Nutzergruppen angepasste Informationswege und -dienste erforscht und mit den Mitteln der Informationstechnologie realisiert.
Es hat im September 2005 begonnen und konnte im April 2008 abgeschlossen werden.
Mobilitätseingeschränkte Menschen
Das Projekt BAIM beschäftigte sich nicht nur mit behinderten Menschen (im engeren Sinn), sondern mit allen Gruppen mobilitätseingeschränkter Menschen.
„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“ (§ 3 Behindertengleichstellungsgesetz BGG)
In Erweiterung dieser Definition können Mobilitätseinschränkungen auch von kurzer Dauer oder für das Lebensalter typisch sein. Mobilitätseingeschränkt sind demnach beispielsweise Menschen mit
- Einschränkung beim Gehen (Rollstuhlfahrer, gehbehinderte Menschen, Reisende mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck),
- Einschränkung beim Sehen (blinde und sehbehinderte Menschen),
- Einschränkung beim Hören (gehörlose, ertaubte oder schwerhörige Menschen).
Zu beachten ist, dass es auch mehrfache Einschränkungen
gibt, z. B. bei älteren Menschen.
Die Anforderungen mobilitätseingeschränkter Menschen wurden im Rahmen des Projektes BAIM durch Befragungen, Beobachtungen und Analysen verschiedener Quellen detailliert untersucht. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass der Nutzerbedarf sehr heterogen ist. Dies hat zur Folge, dass ein Informationssystem sehr detailliert und individuell einstellbar sein muss, damit man sich die spezifisch relevanten Informationen suchen kann ohne mit überflüssigen Informationen überlastet zu werden. Dies stellt hohe Anforderungen an die Funktionalitäten und die Mensch-Maschine-Schnittstelle.
Die BAIM-Informationsdienste wurden für Standard-Endgeräte wie Standard-PCs oder Mobiltelefone ausgelegt. Diese kann von fast allen in diesem Projekt betrachteten Zielgruppen mittels geeigneter Bedienungshard- und –software genutzt werden. Eigene Endgeräte wurden nicht entwickelt.
Daten und Dienste
Die Entwicklung der Dienste und die Erhebung der benötigten Daten folgt den Anforderungen der Nutzer: Im Zentrum steht eine Suche von barrierefreien Verbindungen. Dabei können – in unterschiedlichen Ausprägungen für die beiden Testregionen – die Nutzer ihre Anforderungen an die Barrierefreiheit eingeben und erhalten als Ergebnis Verbindungen, die für sie nutzbar sind.
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Stations- und Fahrzeuginformationen mit zielgruppenspezifischen Inhalten (zum Beispiel interaktive Stationspläne) und in zielgruppenspezifischen Darstellungsarten (zum Beispiel Stationsbeschreibungen in Textform, die mittels Screenreader für blinde Menschen nutzbar sind).
Schon vor Projektende konnten in den beiden Testregionen lauffähige Systeme der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Diese sind unter www.rmv.de und www.vbbonline.de erreichbar.
Abschlussbericht
Der Abschlussbericht ist erstellt und kann über das BAIM-plus Projektbüro bestellt werden.
Gliederung des BAIM-Abschlussberichtes (PDF, 74 Kb)

